Mehrere Brände, vermisste Personen und dazu noch ausgefallene Hydranten

  • Übungen

Werderland,

Viele Herausforderungen für rund 80 Einsatzkräfte aus Feuerwehr und THW bei einer großen Einsatzübung im Werderland.

Am Samstag, 11.04.2026 begann für viele Einsatzkräfte der Übungseinsatz bereits vor 7:00 Uhr. Denn schon um 9:00 Uhr trafen sich rund 80 Einsatzkräfte und Unterstützer von THW und Feuerwehr im Bereitstellungsraum auf dem Schönebecker Sand.

An einem Bauernhof an der Niederbürener Landstraße brach ein Feuer aus. Die ersteintreffende Feuerwehr Lesumbrok fand eine qualmende Scheune mit einer verzweifelten Mutter vor, die den Einsatzkräften völlig aufgelöst mitteilte, daß noch mindestens zwei Kinder im Gebäude vermisst werden. Ein erster Trupp unter Atemschutz betrat schon wenige Minuten später die Halle um die vermissten Personen zu suchen und sich durch den dicken Qualm in die Scheune vorzukämpfen.

Jetzt ging es Schlag auf Schlag. Die Einsatzleitung der Feuerwehr - unterstützt durch Helferinnen und Helfern, sowie Technik unseres Fachzugs Führung/Kommunikation - forderte weitere Feuerwehrkräfte nach. Schnell wurde klar, daß das Feuer auf eine zweite Halle übergreifen wird und auch ein benachbarter Gastank unbedingt vor den Flammen geschützt werden muß. Die Einsatzleitung forderte also weitere Feuerwehr-Kräfte nach. Das Hydrantennetz war durch die große Löschwasserentnahme überlastet. Nun alarmierte die Einsatzleitung zwei Pumpengruppen des THW Bremen-Nord und Bremen-Ost um Wasser aus dem WSV-Hafen für die Feuerwehr bereitzustellen. Außerdem wurden die Feuerwehren Schönebeck und Lehesterdeich mit ihren Hytrans-Löschsystemen alarmiert um die weite Strecke vom Hafen bis zu den Brandherden sicherstellen zu können.

Es wurde klar, daß die Brände von einer kollabierten Windkraftanlage entstanden sind, brennende Trümmerteile haben außerdem bereits Vegetation in Brand gesetzt. Dieser große Wasserbedarf konnte durch den WSV-Hafen optimal gedeckt werden. Um tidenunabhänig Wasser entnehmen zu können, entschieden sich die Fachgruppen das Wasser mit elektrischen Tauchpumpen die Spundwand hochzudrücken und direkt der Schmutzwasserkreiselpumpe DIA zuzuführen.

Die Großpumpe drückte das Wasser etwas 400m in ein 10.000 Liter Pufferbecken auf einem Wendehammer. An dieser Stelle konnte die Feuerwehr sich mit den beiden Hytrans-Fire-Systemen optimal bedienen. Das Wasser wurde von dort nochmal 700/1700m weiter zu den Brandherden gepumpt.

Den Strom für die Tauchpumpen lieferte die Netzersatzanlage (NEA) 50 kVA der Fachgruppe Notversorgung/Notinstandsetzung des THW Bremen-Nord. Die aufgebaute Löschwasserversorgung speiste neben verschiedenen Löschfahrzeugen den Wasserwerfer aus Lehesterdeich und eine Hochleistungspumpe der Feuerwehr Altenesch fortlaufend mit Wasser. Außerdem wurde am Wendehammer noch eine Einsatzabschnittsleitung durch den Zugtrupp des THW Bremen-Nord eingerichtet um die verschiedenen Abschnitte optimal betreuen zu können.

Besonders die geografische Lage des über drei Kilometer langes und unübersichtliches Einsatzgebietes aber auch kommunikative Hürden, wie z. B. das Zusammenführen unterschiedlicher Organisationen im Digitalfunk sowie die Digitalfunkabdeckung an sich, waren Herausforderungen, die angenommen und gemeistert wurden.

Die Feuerwehren führten umfangreiche Menschenrettungen und Brandbekämpfungen an mindestens sechs Einsatzstellen durch. Das nachalarmierte THW kümmerte sich neben der Einsatzleitung und der Wasserversorgung auch noch um den Aufbau und Betrieb eines Verpflegungsplatzes. Gemeinsam mit Feuerwehrkräften wurde die Versorgung der Einsatzkräfte organisiert.

Das Übungsfazit ist so umfangreich, wie die Übung selbst. Vieles funktioniert Organisationsübergreifend sehr gut. In einigen Details gibt es aber auch Abstimmungsbedarf und Raum für Optimierungen. Auch wenn die Einsatzkräfte die Übung insgesamt als großen Erfolg sehen, sind solche Übungen notwendig um im Einsatzfall schnell, präzise und sicher reagieren zu können. Hierfür haben 80 Menschen ehrenamtlich gearbeitet, eine großartige Leistung.

 

Unser Dank gilt darüber hinaus:

Den Eigentümern des Übungsobjektes „Bauernhof“

Der Hochschule Bremen für die Nutzung des Gebietes rund um das Versuchsfeld „Windkraftanlagen“

Dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt, Außenstelle Mittelsbüren

Allen Anwohnern für Ihr Verständnis und Ihre Geduld

Der Übungsleitung rund um das Orga-Team der FF Schönebeck

Den Vertretern der Feuerwehrschule Bremen

Allen teilnehmenden Einsatzkräften von Feuerwehr und THW:

Freiwillige Feuerwehr Bremen-Schönebeck

Freiwillige Feuerwehr Bremen-Lesumbrok

Freiwillige Feuerwehr Bremen-Lehesterdeich

Freiwillige Feuerwehr Lemwerder-Altenesch

THW Bremen-Ost

THW Bremen-Nord

THW Jugend Bremen-Nord e. V.

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